ABGRENZUNG

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Als Eltern von Homeschoolern trifft man immer wieder bei Reflexionsgesprächen oder Externistenprüfungen auf Lehrer oder Direktoren, deren Verhalten als übergriffig erlebt wird.
Die Einmischung kann in unterschiedlichen Bereichen stattfinden. Das Kind muss die Ziffern von oben beginnend schreiben, addiert werden darf nicht mit den Fingern, das Kind braucht mehr Sozialkontakte oder man bekommt erklärt wann, wo oder wie man zu lernen hat.
All das sind Grenzüberschreitungen, die mit großer Wahrscheinlichkeit nicht aufhören, es sei denn, man stoppt sie.
Direktoren und auch Lehrer sind es im Schulsystem manchmal so sehr gewohnt, Eltern zu bevormunden, Kinder zurechtzuweisen und sich einzumischen, dass sie gar nicht wirklich bemerken, was sie tun.
Wenn Eltern im häuslichen Unterricht aber so behandelt werden, merken sie es sofort.
Es fühlt sich verkehrt an und gelegentlich bringt es auch ein Echo jenes Gefühls zurück, das man in der Kindheit hatte, wenn man etwas falsch gemacht hat.
Was ist nun zu tun?
Recht machen kann man es solchen Pädagogen nicht, selbst wenn man sich bemühen würde. Macht man es aber und zwingt das Kind das große I von oben nach unten statt umgekehrt zu schreiben, bekommt es genau dieses unangenehme Gefühl ab. Im schlechtesten Fall will das Kind nicht mehr schreiben oder macht es fortan lustlos. Oder es geht auf Kosten der Eltern-Kind-Beziehung. Auch das ist nicht gut. Oder es zeigt dem Kind, dass man alles tun muss, nur im dem Lehrer zu gefallen.
All das wäre keine gute Idee.
Deshalb ist es eine gute Gelegenheit, sich in höflicher Abgrenzung zu üben. Entweder widerspricht man oder lehnt dankend ab und zeigt dem Kind vor, dass auch das eine Option ist.
Oder man klärt, dass man sicher nicht bereit ist, sich zu verbiegen. Besonders nicht, wenn es um Banalitäten geht, wie darum, die Buchstaben oben oder unten zu beginnen. Dazu steht nämlich nichts im Lehrplan. Der Buchstabe steht im besten Fall auf der Linie und schaut in die richtige Richtung. Wie er zustande gekommen ist, ist kein Kriterium.
Kommen solch übergriffige Bemerkungen von der Sprengelschule, ignoriert man sie einfach.
Kommen sie aus der Prüfungsschule, darf man überlegen, ob man das Kind verbiegt oder ihm den Rücken stärkt. Beides gleichzeitig geht selten.
Es geht hier also nicht um Schreibrichtungen, sondern um Grenzsetzung.
Man muss sich wirklich nicht alles gefallen lassen. Steigt nicht auf solche Spielchen ein, denn sie werden mit der Zeit nur extremer.
Gesünder ist meist die klare Abgrenzung von Anfang an. Geht man mit gutem Beispiel voran, kann das Kind später einmal folgen, wenn es sich selbst schützen muss.
Einer von vielen Lerninhalten, die nicht im Lehrplan stehen, die man aber weitergeben darf und soll.
