top of page

BILINGUALITÄT

Bookmark

In immer mehr Familien wird mehr als eine Sprache gesprochen. Die Welt ist klein geworden, Entfernungen kurz, junge Menschen studieren und arbeiten überall auf der Welt. Dadurch finden sie auch eher Partner aus anderen Ländern und diese sprechen dann oft eine andere Sprache.

Muttersprache ist jene, die die erste Hauptbezugsperson spricht, dann gibt es noch eine weitere Sprache und zwar die des zweiten Elternteils. Dazu kommt die Umgebungssprache, die am Wohnort gesprochen wird. Und gelegentlich kommt dann noch eine zusätzliche Großelternsprache hinzu.

Mehrsprachig aufzuwachsen ist nicht selten und auch kein Problem. Die Schweiz aber auch viele Grenzgebiete zeigen es vor. Kinder lernen in jungen Jahren auch mehr als zwei Sprachen problemlos.

Trotzdem ist man klar im Vorteil und macht es dem Kind viel leichter, wenn man ein paar Dinge beherzigt.

Ein Elternteil sollte konstant bei einer Sprache bleiben, wenn er mit dem Kind kommuniziert. So kann das Kind die Vokabeln und Grammatik einer Person zuordnen und vermischt die Sprachen nicht so leicht.

Kinder, die mehrsprachig aufwachsen, beginnen später zu sprechen. Im Schnitt etwa 4 Monate. Das hat damit zu tun, dass vor dem Sprechen der passive Wortschatz aufgebaut wird, also jene Worte, die verstanden werden.

Wer für einen ersten Grundwortschatz doppelt so viele Worte lernen muss, braucht einfach eine Spur länger.

Benötigt man einen Logopäden oder Psychologen sollte man die Mehrsprachigkeit deshalb unbedingt mitteilen.

Eine dritte Sprache bei jungen Kindern mit ins Boot zu holen, gestaltet sich oft schwierig, weil die Person fehlt, an die die Sprache gebunden ist. Lebt zum Beispiel die Oma mit im Haus und spricht eine weitere Sprache ist es kein Problem. Ist die dritte Sprache die Umgebungssprache, wird daheim aber nicht gesprochen, gestaltet sich das gerade im kindergartenfreien Leben schwierig. Hier helfen regelmäßige Kindergruppen, Vereine und Spielangebote mit Kindern aus der Umgebung.

Die Schrift und Grammatik lernt sich später natürlich am einfachsten in der Muttersprache. Erst wenn sie gut funktioniert, sollte man zu Schrift und Grammatik in einer anderen Sprache übergehen.

Wird häuslicher Unterricht in Österreich statt Schule in Betracht gezogen, ist gutes Niveau in Deutsch Grundbedingung. Überprüft wird das bei der Schuleintrittsüberprüfung mittels MIKA D. Er wird dann durchgeführt, wenn die Lehrerin Sprachdefizite aufdeckt. Wird er nicht  bestanden, wird Schulbesuch und davor auch noch für 5 Monate Kindergartenbesuch angeordnet. Interessanterweise obwohl mittels Evaluation erhoben wurde, dass Sprachkenntnisse durch Kindergartenbesuch nicht anwachsen. Das spielt allerdings keine Rolle.

Mehrsprachige Kinder stehen bestimmt vor so mancher Herausforderung, am Ende können sie allerdings auf einen Schatz zurückgreifen, denn mehr als eine Sprache auf sehr gutem Niveau zu sprechen ist ein Geschenk. Auch in der Schule lernt sich jede weitere Sprache leichter.

Mehr Sprachen zu sprechen ist ein ordentlicher Vorteil in unserer immer kleiner werdenden Welt.

bottom of page