KUNSTRAUM

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Die allermeisten Eltern können ihren Kindern kein Atelier zur Verfügung stellen und trotzdem braucht es einen Platz, wo Kunst möglich ist, wo man sich wohlfühlt damit, wo man praktisch agieren kann, was auch immer man in seinem Kunstprojekt umsetzen möchte.
Das Essen hat den Esstisch, das Zähneputzen das Badezimmer und das Lernen den Schreibtisch. Wir schaffen für verschiedene Tätigkeiten, die wir für wichtig halten einen Raum, im praktischen und übertragenen Sinn.
Die Kunst findet in den wenigsten Haushalten Platz.
Kinder sollten nicht zuerst fragen müssen, wo sie ihre Leinwand aufstellen dürfen oder ihre Wasserfarben ausbreiten dürfen. Es braucht einen Platz, wo das immer möglich ist. Im Idealfall ist das ein heller, schöner Ort. Dafür eignet sich eine ungenutzte Ecke, im Sommer ein Platz im Garten oder ein ungenutzten Tisch im Haus mit guter Beleuchtung. Die Qualität dieses Ortes entscheidet mit über den Stellenwert von eigener Kunst und Kreativität in der Familie. Man darf sich nicht wundern, wenn es ihn nicht gibt, die Kinder ihre Eltern niemals künstlerisch aktiv sehen und dann großes Jammern ausbricht, wenn für die Externistenprüfungen 10 Werke in 10 Stilen geschaffen werden sollen.
Es braucht nicht viel, aber es braucht noch immer Vorbildwirkung und es braucht Raum für Kunst, damit sie nicht zum unwichtigen Nebenschauplatz wird und eben nur Kunst, wie in den meisten Schulen.
Bei der Gelegenheit kann man sich auch gleich ansehen, wie große Künstler gemalt haben. Ihre Ateliers sind wirklich ein schönes Thema für kunstinteressierte Kinder. Wo entstanden eigentlich die Werke von Miró, Picasso oder Van Gogh?
