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MUSS MAN KINDER WECKEN?

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Eine interessante Frage für viele Eltern...

Bei jungen Kindern stellt sich die Frage meist nicht. Sie sind lange vor ihren Eltern wach und machen die Nacht zum Tag bevor der erste Hahn kräht.

Kindergarten und Schule machen Kinder dann extrem müde und Eltern müssen täglich schwer schuften, um ihre Kinder rechtzeitig aus dem Bett zu bekommen.

Schulfrei macht es allerdings null Sinn, Kinder aufzuwecken. Die gewonnene halbe Stunde, macht einen ganzen Tag schlechte Laune. Schlaf ist ein Grundbedürfnis und wichtige Basis für Gesundheit von Geist und Körper. Also lässt man Kinder im Zweifelsfall besser schlafen.

Aber muss man das Aufgewecktwerden nicht trainieren, damit es später im Leben gelingt?

Ich habe meine Kinder in ihrer Kindheit vielleicht ein oder zweimal geweckt, weil wir früh zum Flughafen mussten.

Sonst nie.

Frühaufsteher und Langschläfer durften aufstehen, wann sie wollten, mussten aus Rücksicht aber das Kinderzimmer verlassen und sich im Wohnzimmer leise beschäftigen, bis alle wach waren. Dafür lagen dort Malsachen, Puzzles und einfaches Bastelmaterial bereit. Und Bananen als Überbrückung bis zum gemeinsamen Frühstück.

War es am Abend später, wurde länger geschlafen. Stand ein aufregendes Erlebnis am Programm eher kürzer.

Ausgeschlafen waren die Kinder aber fast immer und das machte das Leben so viel entspannter. Die Aufstehzeiten vom ersten bis zum letzten Kind lagen zwischen 5 und 10 Uhr. Wenn alle wach waren, sind wir gemeinsam in den Tag gestartet.

Wie hat das dann funktioniert, als die Kinder mit 12 Jahren teilweise in die Schule gewechselt haben?

Ich habe ihnen klargemacht, dass ich sie nicht wecken werde, habe Wecker verschenkt und darauf vertraut, dass sie das managen werden. Und das haben sie besser als alle Klassenkollegen, die jahrelang trainiert hatten, früh aufzustehen, aber dabei immer nur einen Wunsch im Kopf hatten, nämlich liegenzubleiben.

Meine Kinder sind freiwillig und gerne aufgestanden, denn sie hatten sich für Oberstufe in der Schule entschieden und sie waren an den allermeisten Tagen aufgeregt und in Vorfreude.

Einmal hat jeder verschlafen, es blieb aber bei dem einen Mal. Streit ums Aufstehen hatten wir nie.

Wie so oft bewahrheitet sich auch hier, dass man die Härte des Lebens nicht trainieren muss oder kann. Es geht vielmehr um gute erste Jahre, Wachstum und Reifung, Geborgenheit und Sicherheit, um dann gut gerüstet den Herausforderungen des Lebens entgegentreten zu können.

Und das hat beim morgendlichen Aufstehen genauso gut geklappt wie in sehr vielen anderen Bereichen.

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