PAUSE

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Wir alle leben im Wechselspiel von Spannung und Entspannung, von Aktivität und Passivität, von Aufregung und Ruhe.
Was immer auf Körper und Geist einprasselt, es muss verarbeitet werden. Dafür braucht es eine Pause. Sie ist kein Luxus, den man einsparen kann, sondern eine Notwendigkeit, ohne die Gelerntes sich nicht abspeichert, Geschehenes nicht verdaut wird und Energiereserven nicht aufgeladen werden können.
Körper und Seele brauchen Pausen!
Junge Kinder sind gefühlt ständig auf Achse. Sie sind geradezu süchtig nach Aktivitäten und Erlebnissen. Sie spüren instinktiv, dass dort der Lerneffekt am größten ist, der Spaß natürlich auch.
Werden sie müde, drehen sie noch mehr auf und versuchen, sich mit aller Kraft wachzuhalten. Die Pause kommt oft erst, wenn das Kind erschöpft in den Schlaf fällt.
Doch das ist kein gesundes Pausenmanagement.
Im besten Fall lernen Kinder das Wechselspiel von Action und Pause von Anfang an kennen. Schon Neugeborene brauchen Ruhe und Aktivität. Eines funktioniert nicht ohne das andere.
Beim Baby sind das Wachzeiten, in denen gesprochen wird, man unterwegs ist, es hell ist, die Geschwister vorbeihuschen.
In der Pause wird es ruhiger, es wird ein deutlicher Gang runtergeschaltet.
Ist man als Eltern dabei klar, stellen sich Babys sehr rasch darauf ein.
Hat man das verpasst, lohnt sich ein ordentliches Pausenmanagement auch bei älteren Kindern. Wenn man kindergartenfrei lebt noch mehr, denn man verbringt die meisten Tage zusammen und diese Daueraufmerksamkeit, viele Bewegung und dazwischen nervliche Zerreißproben sind anstrengend.
Der Alltag lässt nicht immer einen vernünftigen Rhythmus zu, dann werden Kinder unrund, weinerlich und verletzen sich leichter.
Wann immer man kann, lohnt es aber, auf das Wechselspiel von tollen, aufregenden Erlebnissen und Zeiten in der Hängematte, auf der Picknickdecke oder in der Nestschaukel zu achten.
Kinder, die lange gewohnt waren, ihre Grenzen zu überschreiten und Gefühle der Müdigkeit zu übergehen, kommen am Anfang nicht leicht zur Ruhe und benötigen Begleitung.
Dann kuschelt man mit ihnen am Sofa, liest gemütlich ein Buch vor oder hört gemeinsam ein Hörspiel an. Es wird in dieser Zeit nicht herumgelaufen, gehüpft oder geturnt.
Bei der Wahl des richtigen Zeitpunkts brauchen Eltern zu Beginn etwas Geduld mit sich, denn der Punkt, an dem Kinder gähnen oder schon ausrasten oder weinen ist definitiv zu spät.
Im Idealfall ist man nämlich noch ein Stück früher dran, wenn die Stimmung gerade noch gut ist. Dann fällt der Umstieg in die ruhigere Phase leichter.
Mit der Zeit wird es immer einfacher und Kinder genießen die Pausen, weil sie spüren, wie gut sie tun. Praktizieren junge Kinder dieses Pausenmanagement lange genug mit ihren Eltern, gehen sie dann auch allein dazu über.
Man kann für diese Pausen zuhause besondere Orte schaffen, die es erleichtern, in die Entspannung zu finden. Das können Hängesessel sein oder hängende Schaukeltücher, Höhlen oder Zelte.
Eltern neigen, spätestens an diesem Punkt dazu, die Pause des Kindes für den Abwasch, Aufräumen oder die Wäsche zu nutzen. Davon würde ich dringend abraten, denn auch große Menschen brauchen Pausen.
Starten beide ausgeruht zur nächsten Aktivität, gibt es wieder Kraft, Motivation und die Nerven halten wieder so mancher Belastung stand. Entspannt und erholt macht das nächste Erlebnis gleich wieder mehr Freude.
Es ist leider modern geworden, sich ständig zu überlasten, zu leisten und seine Grenzen zu überschreiten. Überstundenpauschalen, Erreichbarkeit immer und überall torpedieren die Erholung der arbeitenden Bevölkerung.
Der Job der Mutter ist nicht anerkannt und wir nicht wertgeschätzt. Objektiv betrachtet ist es aber einer der härtesten, die es gibt, denn man arbeitet 24 Stunden pro Tag und 7 Tage die Woche. Es gibt keinen Urlaub und keinen Krankenstand.
Geht etwas im Job schief, schimpft der Chef, geht etwas als Mama schief, läuft das Kind vor ein Auto oder fällt in ein Gewässer.
Mamasein ist schon, aber Dauerstress, denn es geht fast immer um Leben und Tod. Der Druck gut zu sein, war noch nie so hoch. Immer mehr schaukeln sich die Ansprüche in die Höhe.
Stoppen kann diesen Teufelskreis aus Leistung, Erschöpfung und Unfähigkeit zu leisten nur die Mutter selbst. Glücklicherweise ist sie keine Rechenschaft schuldig. Der Mamajob ist ein selbstständiger. Nur man selbst kann für Pausen sorgen und damit die Abwärtsspirale der Erschöpfung von Mutter und Kind durchbrechen.
Es ist Zeit für Erholung, für Pausen und für mehr Entspannung im Tag von Mama und Kind!
