WOHLFÜHLMENÜ

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Kindern geht es mehrheitlich gut. Sie erwachen fröhlich, starten unbeschwert und optimistisch in den Tag und haben ein Talent Dinge locker zu sehen und auch manches gar nicht zu sehen.
Passt aber etwas nicht, haben sie noch wenig Erfahrung, Emotionen zu regulieren. Oft sehen sie darin auch gar keine Notwendigkeit. Sie lassen Gefühlen freien Lauf und dabei geht es schonmal drunter und drüber.
Gelegentlich sind Kinder und Erwachsene aber auch einfach grummelig. Besonders in der Pubertät passiert das leider regelmäßig.
Der Tag ist katastrophenfrei und doch läuft er nicht. Nicht Fisch und nicht Fleisch. So kann man jedoch nicht lernen. Man kann eigentlich gar nichts.
Nun könnte man abwarten, was mit der Gefahr verbunden ist, dass die Misere noch größer wird. Oder man unternimmt etwas und gönnt sich ein Wohlfühlmenü.
Wie jeder unterschiedliche Leibspeisen hat, so hat auch jeder sein eigenes Wohlfühlmenü.
Dieses muss man aber kennen. Finden kann man es nur an den fröhlichsten Tagen, solange man regen Appetit hat.
An einem Tag mit besonders guter Stimmung überlegt man sich also die drei Dinge, die einen am glücklichsten machen, die die leeren Batterien aufladen und die Sonne wieder scheinen lassen.
Nicht nur für Kinder ist es wichtig, zu wissen, was sie nährt. Sie müssen jene Dinge kennen, die sie machen können, um schlechte Laune zu vertreiben.
Auch für Eltern ist es hilfreich zu wissen, womit sie ihren Kindern helfen können, wenn die Not groß oder die Stimmung wiedermal im Keller ist.
Im Homeschooling verbringen Familien viel Zeit miteinander. Sie gehen einander nicht automatisch den halben oder ganzen Tag aus dem Weg. Damit tragen sie Verantwortung für die Stimmung im Haushalt und zwar jedes Familienmitglied.
Natürlich haben die Eltern es in der Hand, sind Vorbilder und sollten deshalb Dinge wie das Wohlfühlmenü einführen. Mithelfen muss aber jeder Einzelne auf seine Weise, denn jeder ist ein Zahnrad im großen Ganzen. Bewegt sich einer nicht vom Fleck, stecken alle fest. Phasenweise kann das dann sehr zermürbend sein.
Wohlfühlmenüs gehören für jedes Familienmitglied schriftlich festgehalten. Sie sollten aufgehängt werden und stets griffbereit sein für den Notfall.
Wenn sich die Lieblingsspeise ändert, kann man sie jederzeit austauschen. Allein schon, dass so viele Gedanken um jene Dinge kreisen, die einen glücklich machen, verändert schon die Stimmung.
Mit seinen Wünschen wahrgenommen zu werden von den Familienmitgliedern ist schön.
Wertschätzung und Achtsamkeit für die Gefühle der anderen vorzuleben, erhöht die Chance, dass auch Kinder sie leben können.
Auch darum geht es im schulfreien Leben. Die wichtigsten Inhalte, die Kinder lernen, stehen nicht im Lehrplan. Jede Familie darf selbst überlegen, wie die junge Generation heranwächst und was sie vorgelebt bekommt.
Und hier dürfen Eltern durchaus auch noch dazulernen. Denn Homeschooling ist immer gemeinsames Lernen für alle!
